
Als Anfang 2009 Sony den Markteintritt vollzogen hat, war klar, dass in den kommenden Jahren immer mehr eBook Reader auch hierzulande verfügbar sein werden. Um bei den zahlreichen neuen Angeboten den Überblick bewahren zu können, hier einige Tipps vor dem Kauf
Wofür benötige ich einen eReader?
Zunächst sollte man sich das Einsatzgebiet des eReaders überlegen. Ist er für Reisen und die Hosentasche gedacht oder will ich ihn als Terminplaner-Ersatz, zum Arbeiten und bequemen Lesen und Bearbeiten von Dokumenten aller Art, wie digitalen Zeitungen, eMails und Geschäftspapieren, benutzen?
Mini-eReader sind besonders portabel und passen in jede Hosentasche, dafür sind sie nicht für umständliche Anwendungen geeignet. Profi-eReader (>7 Zoll) hingegen sind vor allem für Business-Kunde geeignet. Im Standard-eReader-Segment findet man hingegen vor allem eReader mit einem höheren Spaßfaktor, sie sind Web 2.0-fähig, bieten einen Mini-Browser, einen Kalender und vieles mehr, sind aber eher für kurze Notizen und nicht für aufwendige Textverarbeitungsfunktionen geeignet.
Welche Datei-Formate will ich nutzen?
Wer nur eBooks lesen will, sollte auf die Kompatibilität des eReaders mit ePub-Dateien achten. ePub hat sich mittlerweile weitgehend als eBook-Standard-Format etabliert. Wer pdf-Dateien, Excel-, Word-, und PowerPoint-Präsentationen oder digitale Zeitungen und Magazine komfortabel ansehen will, sollte auf großformatige eReader setzen.
Einige eReader können auch Musik abspielen, Tondateien aufnehmen und vorlesen. Bilddateien sind auf den meisten eReadern wegen der schwarz-weiß-Anzeige eher schlecht als recht genießbar, obwohl das der Anzeige von einfachen Grafiken und Diagrammen keinen Abbruch tut.
Wie hoch ist der Spaßfaktor von eReadern?
Die erste Generation von eReadern war ausschließlich zur Anzeige von Texten befähigt. Das hat sich mittlerweile geändert, einige sind mittlerweile nicht nur Web 2.0-fähig, sondern sind auch das Tor zur Welt: Per Mini-Browser oder RSS-Feed-Anzeige, vorausgesetzt man hat einen WLAN oder UMTS-Anschluss, sind die Nachrichtenseiten auf dem eReader darstellbar.
Nur wenige eReader bieten hingegen Software- und Hardwarefeatures fernab der Leswelt, wie die Möglichkeit zu Diktieren, Mikrofone, Lautsprecher, einen Mini-Browser usw. Auch die ersten multimedialen Alleskönner - sogenannte eReader-Tablet-Hybride mit einem LC-Display - zum unbegrenzten Surfen im Internet und der Darstellung von Videos, Fotos, digitalen Magazinen und Apps in Farbe sind auf dem Markt.
Bin ich ein eReader oder Tablet-Typ?
Wer nicht vor allem lesen oder arbeiten will, sondern einen iPhone-Ersatz mit größerem Display sucht, sollte ins Tablet-Segment wechseln. Wer hingegen eine leichte Alternative zum Buch sucht, ist dort wiederum nicht richtig. Schließlich wiegen Tablets im Schnitt etwa 500g mehr als eReader und sind bei weitem auch nicht so handlich.
Ein weitere Vorteil von eReadern im Vergleich zu Tablets: Die lange Akkulaufzeit. Statt in Stunden rechnen eReader-Hersteller in Tagen oder Buchseiten. Weil eInk-Displays nur beim Seitenwechsel Strom brauchen ist dieser Laufzeit-Unterschied möglich. Dafür besitzen die meisten aktuellen eReader nur schwarz-weiß-Displays; erst im kommenden Jahr werden die ersten farbigen und stromsparenden Devices (farbiges eInk- oder Mirasol-Dsiplay) auf den Markt kommen.
Was muss jeder eReader bieten?
Gängige Standards bei eReadern gibt es nicht. Je nach Veröffentlichungsdatum und Entwicklungsstand unterscheiden sich die eReader stark in der Ausstattung - und im Preis. Vom simplen Gerät zum Darstellen von eBooks bis zum begrenzten Surfen im Internet, steht eine Fülle von eReadern bereit.
Zwar haben die meisten eBook Reader ein eInk-Display, doch es gibt auch günstigere Lesegeräte mit einem nicht-selbstleuchtendem und damit ebenfalls augenverträglichen TFT-Display. Als Alternative bieten sich die recht günstigen LC-eReader an, die auch Farbe darstellen können - aber eben nicht das Lesegefühl wie auf Papier imitieren.
Was Können die Top-eReader?
Die Top-eReader wie der Kindle, der Thalia Oyo, der Acer LumiRead oder das Pocketbook 603 können nicht nur drahtlos eBooks beziehen, sondern sind auch (noch eingeschränkt) Internet fähig. Andere Top-eReader, wie die von Sony oder Hanvon Top-eReader setzen vorwiegend auf umfangreiche Textverarbeitungsfunktionen (inkl. Handschrifterkennung) und eine spiegelungsfreie Ansicht.
Tablet-PCs sind dagegen vollständig multimediafähig inkl. Videodarstellung und Spielen. Doch das Wichtigste beim Theme eLesen ist und bleibt die Anzeige, die Kompatibilität mit möglichst vielen Dateien und die Möglichkeit mit dem eReader zu Arbeiten. Das versprechen auch die ersten großzolligen eReader, wie das Pocketbook 903.
Welche eReader sind empfehlenswert?
Beinahe jeder eReader hat etwas zu bieten. Achten sie auf unsere eReader Preis-Leistungs-Bewertung in den Testberichten. So bekommen sie einen Eindruck von dem Verhältnis von Preis und Funktionen des eReader.
Eines wird daraus klar: Nicht immer stehen bekannte Elektronik für einmalige Technik und Verarbeitung ein, so dass sich oft ein Griff zu eReadern von hierzulande weitgehend unbekannten Herstellern lohnt. Schließlich ist der eReader-Markt recht jung, so dass viele Start-Ups mitmischen - und im eReader-Vergleich auch gut bestehen.
Wieviel Geld muss ich ausgeben?
Die magische Schallgrenze von 100€ wurde bereits unterboten - allerdings nur von eReadern mit TFT-Display. Aber schon für wenig mehr Geld findet man einen klassischen eInk-eReader mittlerweile mit drahtloser Konnektivität und integriertem eBook Shop.
Wer mehr will, wie eine Schreibfunktion, und umfassende Office-Anwendungen sollte sich in der Profi-eReader-Kategorie umsehen, muss aber auch mehr bezahlen. Wer einen eReader mit umfangreichen Multimediafunktionen oder zum Arbeiten sucht, sollte sich die Frage stellen, ob sich der Griff zu ähnlich teuren Tablets nicht mehr lohnt.